Movies of the Week 04

Dank meiner depressiven Phase habe ich in letzter Zeit eindeutig viel zu viele Filme gesehen und werde nicht mal alle in diesem Beitrag vorstellen können.

Übrigens gibt es ein kleines Update. Weil ich eine Arbeit schreiben musste und unbedingt prokrastinieren wollte gibt es nun zwei neue Kategorien.

Movies I watched : Alle Filmempfehlungen und MotWs, die ich je auf diesem Blog geschrieben habe.

Soundtrack of my life : Alle Lieder, die ich je auf diesen Blog gepostet habe.

So kann man auch seine Zeit verschwenden, immerhin ist es jetzt etwas „ordentlicher“. Etwas zumindest.

Mein Filmabenteuer begann mit „Cake“. Ein Film mit Jennifer Aniston. Ich mag ja Filme, in denen man weibliche Personen mit ihren psychischen Schäden sieht, also fand ich den Film eigentlich gut. Aniston hat meiner Meinung nach wirklich überzeugend gespielt, eine gute Leistung.

Danach ein Film mit Keira Knightley und Chloe Moretz: „Laggies“. Da kann man schon sehen, warum ich diesen Film ausgewählt habe, ich gehe einfach strikt nach Schauspielern, die mir gefallen. Der Film war ganz in Ordnung. Ich denke er ist ein netter Zeitvertreib. Keira hat wirklich süß gespielt, also sehr liebenswert und ich konnte ihr Verhalten nachvollziehen.

„Welcome to the Dollhouse“, 1995 erschien er und ich fand ihn wirklich gut. Da war die Schauspielerin von „Plötzlich Prinzessin“ dabei, Heather Matarazzo, ich finde sie hat so ein außergewöhnliches Gesicht. Der Film hat mir wirklich gut gefallen, ich denke er behandelt die Thematik des Mobbens in der Schule gut und diese Aggressivität, die sich im Opfer aufbaut. Ich fand auch die kleine Schwärmerei von der Hauptfigur mit dem Oberschüler wirklich süß, „Schau dir meine Finger an“. Hach, ich mag solche seltsamen Filme.

Danach musste ich mir „John Wick“ anschauen, einfach weil ich den Trailer schon wirklich ansprechend fand. Viele sprechen sich negativ gegen diesen Film aus, ich verstehe auch warum, die Hauptfigur ist einfach so über… so „imba“. Das ist etwas unrealistisch, so ein Gary Sue. Aber ich fand den Film trotzdem wirklich gut für einen Actionfilm. Ich habe den Soundtrack geliebt. Der Film war irgendwie… befriedigend. Also ich fand Keanu Reeves toll. „You dip so much as a pinky into this pond, you may find something drags you back to its depths.“

„Wild“ sah ich mir eigentlich nur an, weil ich gehört habe, dass er für einen Oscar nominiert war. Ohman, der war wirklich genial. Ich finde es schön, wie die Geschichte erst nach und nach aufgerollt wird und man so gar nicht alles von Anfang an weiß. Reese Witherspoon war unglaublich gut, ich glaube der beste Film, den ich je von ihr gesehen habe (außer Election).

Danach kam ein Film mit Marion Cotillard, die ich seit La vie en rose wirklich gern mag. Sie hatte auch einen Film, in dem sie ihre Beine verlor, da war sie auch wirklich gut. Ahja, dieser Film hieß übrigens „The Immigrant“. Ich muss sagen, dass ich diesen Film bestimmt nicht gemocht hätte, wenn sie andere Schauspieler genommen hätten. Ich glaube ich mochte ihn nur, weil er mit Cotillard, Phoenix und Renner besetzt war. Unglaublich gute Schauspieler. Ich mochte diese besitzergreifende, selbstzerstörerische Art von Phoenix. Und Renner… ich liebe Jeremy Renner. Ich weiß nicht warum, aber ich finde er ist so ein extrem attraktiver, charismatischer Charakter (sogar mit Kajal). Demnach war ich nach der Szene im Treppenhaus etwas… abgetan von dem Film. Aber ja, den Film an sich fand ich nicht so fabulös, weil er eigentlich nur die Botschaft „Du musst nur schön aussehen und sonst keinerlei Talente besitzen, dann regelt sich schon alles für dich“ übermittelt. Ich war eigentlich nur von diesen drei Schauspielern und ihren Rollen angetan, das wars aber auch schon.

Dann sah ich noch „Julia“, worüber ich ja schon eine Einzelreview geschrieben habe, weil ich den Film so interessant fand.

Und damit es nicht zu lang wird, noch ein Film mit Kristen Stewart. „Willkommen bei den Rileys“. Ich denke wirklich, dass Stewart eine gute Schauspielerin ist, aber sie ist nicht wandelbar. Also in Filmen, in denen sie das verbrauchte, drogenabhängige Rebelmädchen spielt ist sie meiner Meinung nach immer wirklich grandios, wie in „Runaways“. Aber in der Reihe Twilight, wo sie eben ein „normales“ Mädchen spielen sollte, hat sie leider komplett versagt, weil das einfach nicht ihr Stil ist und sie die Rolle nur angenommen hat, um eben einen Durchbruch zu erzielen. Darum fand ich sie bei Willkommen bei den Rileys auch wieder richtig gut, weil sie eben gut darin ist eine kleine verlorene Prostituierte zu spielen. Das soll jetzt nicht beleidigend gemeint sein. Ich denke auch andere Schauspieler, wie Kayla Scodelario sind nur in einer gewissen Rolle gut (Bei Kayla ist es das mysteriöse, halbdepressive Mädchen). Darum fand ich den Film an sich ganz gut, aber nicht wirklich großartig, er war ganz nett.IMMIGRANT-articleLarge

Liebe, Schwäche

Unbenannt876z807071„Julia“, ein Film aus dem Jahre 2014. Seit ich den Trailer gesehen habe wollte ich ihn umbedingt sehen. Nun tat ich das endlich und ich muss sagen, dass es nicht der beste Film überhaupt war, aber er ist trotzdem einen Eintrag wert. Ich liebe die Anfangssequenz. Wenn ich sowas in Filmen sehe, einfache Momentaufnahmen mit interessanter Musik hinterlegt, bin ich schon hin und weg. Danach wurde es eher seltsam und erinnerte mich sehr an „I spit on your grave“.

Ich muss sagen der Film hat viele Schwächen, vor allem storymäßig aber auch die Dialoge sind nicht so prickelnd. Was mir ausnehmend gut gefallen hat waren drei wesentliche Punkte. Kameraführung, Soundtrack und ein Nebenchara. Die Kameraführung und die Farbgebung fand ich richtig gut, sie war nicht unglaublich genial, aber doch ein großer Pluspunkt. Sehr genial fand ich dafür den Soundtrack, durch diesen Film habe ich die, bisher eher unbekannte Band, Vuvuvultures entdeckt. Ich glaube im Film kommen drei Lieder von ihnen vor und ich bin von der Band absolut begeistert. Leider kann man weder eine Wikiseite noch Lyrics von ihnen finden. Ich habe mir schon ihr Album bestellt, weil ich denke, dass diese Band es absolut wert ist. Ich werde auch am Ende des Eintrages ein Youtubevideo mit Musik von ihnen posten, damit, wer Interesse hat, mal reinhören kann.

Ein weiterer ausschlaggebender Punkt warum mir der Film so gut gefiel war Sadie.Unbenannt8967976782Nach diesem Film habe ich das Bedürfnis mir lilanen Lippenstift zu kaufen. Ich bin von ihrem Charakter fasziniert, auch wenn man leider nicht wirklich viel über sie erfährt. Dazu ist die Story wohl zu schwach. Ich liebe ihre Gestik, Mimik, ihren ganzen Look. Wie sie sich die Oberlippe ableckt, wenn sie aus einer Bierflasche trinkt, ihre fingerlosen Handschuhe, wie sie anmutig das Kinn hebt und selbst mit minimalen Bewegungen Eindruck verschafft.

Die Geschichte an sich war aber ziemlich unschlüssig, meiner Meinung nach. Die Frage nach dem „Warum das alles überhaupt?“ wird nicht wirklich gelöst. Das was sie machen ergibt für mich keinen wirklichen Sinn, ich erkenne das Schema nicht. Die Hauptfigur Julia hat mich nicht wirklich beeindruckt, ich denke sie ist sehr austauschbar, sie hinterlässt keinen Eindruck.Unbenannt98789772Der Film an sich ist kein Meisterwerk, aber wegen meiner drei Pluspunkte wollte ich ihn trotzdem mal erwähnt haben.

Movies of the Week 03

Wenn man sich den Abstand zwischen diesen Einträgen ansieht ist der Titel wirklich eher fragwürdig. Aber irgendwie mag ich ihn, also was solls. Let’s petrend only a week has passed.

Es begann diesmal mit einem Horrorfilm. Nach all den Jahren und den Zeiten, in denen nachts fünf Horrorfilme nacheinander gesehen habe, beeinflussen mich Horrorfilme nicht mehr und es ist wirklich enorm schwer geworden noch ein paar „gute“ zu finden, die ich noch nicht gesehen habe. „The Taking of Deborah Logan“ gefiel mir aber doch recht gut. Ich finde Kinder oder alte Menschen in Horrorfilmen immer noch am effizientesten. Wenn ich mir Horrorfilme ansehe, in denen eine Gruppe in meinem Alter einen Ausflug macht, tue ich es eigentlich nur mit Freunden, weil wir es unterhaltsam finden uns zu fragen wer zuerst stirbt. Meiner Meinung nach war dieser Film aber wirklich sehenswert, für Horrorfilm-Liebhaber. Die ältere Frau hat ihre Rolle gut gespielt, die Story war zum Ende hin jetzt nicht genial, aber trotzdem ganz in Ordnung und allgemein fand ich die Atmosphäre gut.

Danach folgte der mainstream-gruppenzwang-mustsee Film schlechthin. Interstellar. Bei manchen Filmen merkt man gar nicht, dass sie drei Stunden dauern, doch bei diesem kamen es einem vor wie fünf. Eine Freundin von mir ist schon nach einer Stunde eingeschlafen, weil ihr der Film zu langsam war. Ich muss sagen, es dauert schon etwas, bis er in die Gänge kommt, aber ich fand Matthew McConaughey so sympathisch und auch die anderen Charaktere gut. Wobei ich ja kein großer Anne Hathaway Fan bin. Ich fand den Film an sich und im Vergleich zu anderen Filmen heutzutage wirklich gut. Er war tiefgründig, man kann sich hineinfallen lassen. Doch ich fand ihn jetzt nicht weltbewegend, ich fand ihn nicht genial oder unglaublich „mindblowing“. Das Ende fand ich jetzt auch nicht so umwerfend. Aber an sich denke ich, dass der Film wirklich gut gemacht ist, dass er etwas langsam ist (aber ich mag langsame Filme ja) und, dass er berührt.

Darauf folgte ein Film, den ich schon lange mal ansehen wollte. Django Unchained. Gott, war dieser Film gut. Ich fand ihn unglaublich unterhaltsam, gut durchdacht, witzig und auch berührend. Trotzdem denke ich, dass das eher ein einmaliges Erlebnis war und ich ihn nicht so schnell nochmal ansehen würde (Daher kommt er nicht auf die Liste). Trotzdem richtig gut gemacht, ich liebe den Humor. Er ist absolut sehenswert.

Wenn wir schon bei Filmen sind, die ich schon jahrelang sehen wollte: Gran Torino. Auch wieder ein absolut sehenswerter Film. Ich hätte nicht gedacht, dass er mir so gut gefällt. Grumpy Clint Eastwood fand ich richtig gut. Ob er auf die Liste kommt weiß ich aber noch nicht genau, dazu müsste ich ihn nochmal sehen.

Danach habe ich mir einen Film angesehen, über den auch viel geredet wird. Boyhood. Der Film verfolgt das Leben eines Jungen und wurde auch über mehrere Jahre gedreht, was beeindruckend und einzigartig ist. Es ist definitiv ein langsamer Film, was ich aber nicht schlimm finde. Ich fand ihn gut und interessant, würde ihn wohl aber nicht nochmal ansehen. Besonders gut fand ich die schauspielerische Leistung seiner Mutter.

Ich habs irgendwie mit langsamen Filmen. Nightcrawler gehört definitiv dazu. Meine Freunde fanden ihn ganz furchtbar, aber ich finde er war unglaublich interessant. Jake Gyllenhaal hat mich absolut umgehauen. Ich hätte oft schwören können, dass er es nicht ist, weil er in diesem Film einfach so unglaublich anders ist. Es ist so als ob er seine gesamte Gestik und Mimik verändert hat, als ob er ein vollkommen neuer Mensch wäre. Wirklich spannend wurde er erst zum Ende, trotzdem fand ich ihn gut. Ich fand es schön in diese Welt einzutauchen und denke, dass man auch viel von dem Film lernen kann. Es liegt wohl daran, dass ich einfach auf solche Filme stehe. Schrulliger Charakter, Slice of Life, gute Kameraführung, melancholische Farben, Detailverliebtheit, Nacht, guter Soundtrack. Was kann man mehr wollen.

Nach Interstellar war ich ziemlich auf Matthew McConaughey fixiert und entschied mich Dallas Buyers Club zu sehen. Vorher hat mich dieser Film nie wirklich gereizt, aber ich wollte unbedingt noch einen Film mit ihm sehen. Er hat für die Rolle sehr viel abgenommen, was man auch sieht. Leider gefiel mir der Film nicht wirklich. Für mich kam irgendwie nicht viel rüber. Jared Leto war schon toll, aber das konnte es auch nicht raushauen. Ich weiß, dass er auf einer wahren Begebenheit beruht und ich finde das wirklich toll, aber für mich muss ein Film so eine gewisse Stimmung haben. Wenn Bilder, Musik und Emotionen aufeinander treffen. So wie in Drive mit Ryan Gosling. Gott, ich werde nie über diesen genialen Film (Drive) hinweg kommen.

Ryan Gosling. Endlich kam ich dazu seinen Film „The Place Beyond the Pines“ zu sehen und ich fand ihn wirklich ganz gut, also interessant. Ab dem Zeitpunkt, wo dann Bradley Cooper (auch ein toller Schauspieler) übernimmt hat es für mich aber einiges an Reiz verloren. Da gefiel mir der Anfang bedeutend besser. Ich fand Goslings Charakter wirklich gut und die Tatsache, dass er sich in fast jeden Bild eine Zigarette anzündet hat mein krankes Herz fast noch mehr begeistert.

Das waren meine Filme aus den letzten Wochen und ich muss sagen, dass es diesmal eigentlich eine richtig gute Zusammenstellung ist.

largewrw4trt4

Movies of the Week 02

Wohl eher der letzten Wochen, wobei ich gerade gar nicht zeitlich einordnen kann, wann ich zuletzt über Filme geschrieben habe. Es beginn mal wieder mit Olivia Wilde. Ich bin total besessen von der Schönheit dieser Frau. Wie kann man nur so schön sein. „Drinking Buddies“ hieß der Film, der 2013 erschien. Als ich den Trailer gesehen habe, hatte ich eigentlich keine Erwartungen an den Film, ich wollte nur Olivia Wilde sehen. So abschließend muss ich aber sagen, dass ich den Film schon verdammt genial fand. Obwohl ja eigentlich nicht wirklich etwas weltbewegendes passiert. Es ist eher so ein Slice of Life. Aber die Chemie zwischen den Schauspielern, die Dialoge, die Gefühle. Es war wirklich ein richtig guter Film. Auch dieser Punkt ab dem man dann merkt, dass sich etwas ändert (will ja nicht spoilern). Werde ihn mir aber nochmal ansehen bevor ich entscheide ob er wirklich so genial ist. Ja, ich bin wählerisch bei meiner Filmliste~

Darauf folgte ein Horrorfilm, den mir eine Freundin „aufgezwungen“ hat, dabei mag ich ja Horrorfilme, sie haben eben nur die Eigenschaft mich zu enttäuschen, ewig her, seit ich mal einen guten gesehen habe. „Grace“ hieß der Film, der dieses Jahr erschien. Es geht um die gleichnamige Protagonistin und das interessante an diesem Film ist, dass man alles aus ihrer Perspektive sieht. Erinnert an bisschen an ein Videospiel-Format. Fand ich aber eigentlich echt gut, so zur Abwechslung. Gut war an diesem Film jedoch nur die erste Hälfte bzw der Anfang, danach wurde er leider immer schlechter und auch das Ende gefiel mir nicht. Wenn wir schon von schlechten Horrorfilmen reden folgte darauf ein asiatischer Horrorfilm. „Destination Hell Horror“ (welch beeindruckender Titel…) erschien 2006. Falls euch der Originaltitel interessiert: Eoh-neu-nal-gap-ja-gi D-Day. Fand ich eigentlich echt interessant, so das Umfeld und die Idee des Films fand ich gut. Gruselig war es jetzt nicht wirklich, eher enttäuschend, wenn man auf einen Horrorfilm gefasst ist, aber ich fand die Charaktere gut.

Dann kam ein Klassiker, den ich mir schon ewig mal ansehen wollte. Tim Burtons „Beetlejuice“ aus dem Jahre 1988. Eigentlich war er schon gut und da er ja auch ziemlich alt ist kann man jetzt auch nicht über die Effekte meckern, aber mitgerissen hat er mich nicht wirklich. Er war alles in allem ganz nett, aber ich hätte irgendwie mehr erwartet.

Bei „Dirty Girl“ (2010) handelt es sich mal nicht um einen Porno, sondern um eine Dramakomödie. Der Trailer hat mich irgendwie gereizt, weil die Protagonistin so „who the hell cares“ ausgesehen hat. Am Ende war es aber doch zu… vorhersehbar? langweilig? Er frisst Zeit aber wirklich empfehlen würde ich ihn nicht. Noch ein Film aus dem Jahre 2010 ist „Daydream Nation“, da hat mich ebenfalls der Trailer gereizt und die Rolle der Protagonistin. Diese einzelgängerische, weltfeindliche Einstellung finde ich bei Filmfiguren immer interessant. Der Film an sich war eigentlich ganz in Ordnung. Der Professor der Protagonistin hat mich eindeutig zu sehr an den Sandmann erinnert… also viel zu sehr… das war zum Ende hin schon verstörend. Sonst an sich ein ganz guter Film, aber jetzt auch kein Highlight.

Dann ging es weiter mit Jennifer Aniston, bei ihren Filmen habe ich eigentlich nie Ansprüche, sie sollen nur Zeit fressen und mich irgendwie ablenken. „The Good Girl“ (2002) war überraschend tiefgründig und eigentlich echt gut, da man diese Entwicklung der Hauptfigur gut nachvollziehen kann. Wer Donnie Darko mochte kann hier Jake Gyllenhaal in einer sehr ähnlichen Rolle sehen, was auch recht interessant war.

Daraufhin folgte „Life happens“ (2011), den ich mir eigentlich nur wegen Krysten Ritter angesehen habe, die ich schon seit „Ehe ist…“ irgendwie interessant fand. Der Film war ganz in Ordnung, aber wieder eher ein Zeitvertreib und nichts weltbewegendes. Dann sah ich die Verfilmung des Buches „Princess Bride“, welches 1987 verfilmt wurde. Ich finde es war eine gute Verfilmung. Schade fand ich, dass am Anfang nicht rüberkommt, wie zickig/bitchig/arrogant(?!) Buttercup eigentlich ist/war, trotzdem wurde eigentlich alles ganz gut umgesetzt. Oh, wie ich mich gefreut habe, als ich Peter Falk sah, da schlägt mein nostalgisches Herz höher und ich fühle mich hundert Jahre alt. Sie haben auch wirklich viele Zitate aus dem Buch verwendet, was ich grandios fand. Jedoch kommt der Film viel lustiger rüber als das Buch, da ich finde, dass man im Buch viel mehr mitfiebert und mitleidet, wobei im Film alles eher eine Farce ist.

Nun zu den beiden letzten Filmen. Zuerst ein Film mit dem jungen Richard Gere „Breathless“ (1983). Ich liebe Richard Gere, egal ob jung oder alt. Der Film war eigentlich wirklich nicht schlecht, ich mochte den Soundtrack und Gere war genial, aber die weibliche Figur neben ihm…. ich weiß nicht ob das nur im Original so ist und ich mir lieber die deutsche Version hätte ansehen sollen, aber jedes Mal wenn diese Frau gesprochen hat, klang es als ob sie ein emotionsloses Stück Brot wäre. Auch diese französische Akzent klang irgendwie falsch und lasch, wobei sie ja tatsächlich Französin ist. Meine Freunde und ich mussten sie wirklich jedes Mal nachmachen, wenn sie geredet hat, weil es einfach furchtbar klang. Ja, aber sonst war der Film gut.

Und nun zum letzten Film. „If I stay“ mit meiner favorisierten Chloe Grace Moretz. Wie lange habe ich mich auf diesen Film gefreut und er war wirklich gut. Sogar so ein Stein, wie ich, kann bei sowas weinen. Als der Großvater bei ihr war… und… ohman. Ich kann Männer wirklich nicht weinen sehen. Aber ja, es war ein guter Film, hat mich etwas an The lovely bones erinnert nur ohne… action. Aber an sich war er gut. Traurig, aber durchaus gut.

Ich hoffe meine Kommentare klingen nicht zu lasch, ich versuche wirklich nicht zu spoilern oder sonst irgendwie etwas vorweg zu nehmen. Doch in meiner gottgleichen Vorstellung genügt ein großzügiges „gut“ von mir, um einen Film zu empfehlen und alles andere ist eure Zeit nicht wert, außer ihr wollt sie gezielt verschwenden.

large (29)

Movies of the Week 01

Ich habe in letzer Zeit wieder recht viele Filme gesehen und weil es ja nur wenige in meine „Topliste“ schaffen dachte ich ich könnte mal so eine mehr oder weniger regelmäßige „Seht her, was für schlechte Filme ich letzte Woche/letzten Monat gesehen habe“-Reihe machen. Ala MedienMonday. Mal sehen wie konsequent ich das durchhalte. Ahja und ich werde mir auch demnächst „The Machinist“ ansehen, bin schon gespannt, Phil (ich erwähne dich jetzt einfach spontan mit dieser liebevollen Abkürzung auch auf die Gefahr hin, dass du sie nicht magst xd) 

Ich lese mir ja gerne immer Beiträge im Internet über die Lieblingsfilme von fremden Menschen durch, doch wenn ich den Film dann sehe werde ich meistens enttäuscht, was auch an meinem extravaganten Geschmack liegen könnte.

Zuerst sah ich „The Enemy“. Er war recht interessant, aber so an sich hatte er nichts spektakuläres, er plätscherte nur langsam vor sich hin und auch wenn ich Jake Gyllenhaal als sympathisch und schön anzuschauen empfinde (auch mit Bart fand ich ihn toll) war es dennoch nicht wirklich der Bringer. Danach sah ich „Captain Phillips“. Hach, ich liebe ja Tom Hanks, er ist einfach so unglaublich sympathisch. Ich fand den Film recht gut, also er war wirklich teilweise richtig spannend und ja Tom Hanks halt, ich mag Tom Hanks. Er war gut, aber ich denke nicht, dass ich ihn nochmal ansehen würde.

Man, das ist gar nicht so leicht sich an alle Filme zu erinnern, wenn man sich sowas nicht aufschreibt. Ich denke danach kam „Liebe To Go“. Der war mit Olivia Wilde, ich klammere mich ja immer an bestimmte Schauspieler und wenn ich ihren Namen in der Liste sehe schaue ich den Film bedingungslos an xd Sie war einfach wunderbar, so ausdrucksstark mit ihrem schwarzen Eyeliner, so elegant. Auch sonst hat die Maske tolle Arbeit geleistet, denn sie sah immer so aus wie eine Puppe, so zart und vollkommen. Ich fand diese Erzählerstimme im Hintergrund nicht so prickelnd und auch sonst war die Story nicht das Wahre, aber Olivia Wilde war wunderbar.

Das bringt mich direkt zu meinem nächsten Film „Third Person“. Hier fand ich die Schauspieler einfach genial gewählt. Olivia Wilde war wieder dabei, dazu Liam Neeson, Mila Kunis, Adrien Brody und James Franco. Ich mag James Franco, aber ich mag nicht jeden Film, in dem er mitspielt. Auch hier war der Film eher so „in Ordnung“, die Geschichte an sich war gut, die Charas waren gut, Olivia Wilde war toll aber ich würde es mir nicht nochmal ansehen, es war eher zum einmal anschauen und fertig. Danach biss ich mich an James Franco fest. Diese eine Szene in der er mit Mila Kunis redet und sie zu dem „Geständnis bringt“ und sein Gesichtsausdruck dabei, das war so… gut. Wirklich eine gute schauspielerische Leistung, denn sein Blick sagte so viel, man sah die Wut, man sah alles.

Naja, wie gesagt, dann kam meine kurzlebige James Franco Phase. Ich habe „Cherry“ gesehen, fand ihn recht nett, ganz gut gemacht, aber wirklich umwerfend gut war er auch nicht, trotzdem nett zum einmal ansehen. Heather Graham fand ich dort auch richtig gut. Um in diesem „Genre“ zu bleiben und weiter auf James Franco herumzureiten kam dann „Lovelace“ mit ihm und Amanda Seyfried. Den fand ich auch ganz gut, unterhaltsam und auch bedrückend, aber wieder nicht umwerfend gut (ja, ich bin kritisch, aber er war ja gut). Um weiterhin bei James Franco zu bleiben folgte dann „Date Night“. Der war recht witzig, Steve Carell und Tina Fey sind toll, aber am Ende war es auch nur eine kleine Komödie und nichts nachhallendes, trotzdem witzig.

Da haben sich echt einige Filme angesammelt, das war mir gar nicht so bewusst. Auch interessant mein Vorgehen nachzuvollziehen, also, dass ich nach Schauspielern gehe, das fällt mir erst jetzt richtig auf. Naja, der letzte James Franco Film war dann „Good People“ mit ihm und Kate Hudson. Den fand ich jetzt eher schwach, ziemlich langsam und nicht besonders interessant. Leider.

„Begin Again“ sah ich noch, eigentlich nur, weil ich Keira Knightley mag. Nicht zwingend als Schauspielerin, sondern als Person. Diesen Film fand ich richtig gut. Er war so optimistisch, fröhlich, aufheiternd, umwerfend, inspirierend. Ich bin mir aber noch unschlüssig, ob er es in meine Topliste schafft, dazu muss ich ihn in ein paar Monaten erneut sehen. Aber so beim ersten Mal hat er mir überraschenderweise unglaublich gut gefallen.

Zwei Filme haben es in die Liste geschafft, aber zu denen schreibe ich hoffentlich irgendwann eine ausführliche Review. „Heute bin ich blond“ (ein deutscher Film) und „Cashback“. Meiner Meinung nach wirklich grandiose Filme, aber über Geschmack lässt sich ja streiten.

large (97)

In dir drin ist es viel zu laut

Bild

„How I Live Now“ erschien 2013 und ist ein Drama, in dem meine hassgeliebte Saoirse Ronan (Toller Name, aber die Aussprache kriege ich selbst jetzt nicht hin. Soasha oder so) die Hauptrolle übernimmt. Eigentlich hasse ich sie ja nicht, kein Stück, ich denke sie ist eine unglaublich gute Schauspielerin, aber ich kann ihr ihre unglaublich gute Rolle in Abbitte einfach nicht verzeihen. Sie hat es wunderbar gespielt, aber dieses intensive Charakter hat irgendetwas in mir zerstört und ich kann es ihr nicht vergeben.

„How I Live Now“ basiert auf einem Roman, was ich auch jetzt erst herausgefunden habe, ich denke wenn mir der Film schon so gut gefallen hat, wird es keine schlechte Idee sein irgendwann auch das Buch zu lesen.

Schon die ersten Szenen des Films haben mir verraten, dass er mir so oder so unglaublich gut gefallen wird. Ich mag es wenn auf so viele kleine Details geachtet wird, die Kamerawinkel geschickt eingesetzt werden, wenn jede Szene ein Gemälde hätte sein können. Eindeutig eine tolle Umsetzung, die Filmmusik ist ebenfalls gut abgestimmt.

Ich sage in meinem Reviews irgendwie nie genau worum es geht, ich denke meine Reviews sind sowieso eher für die Menschen, die den Film schon gesehen haben und so nur eine Art „Abschluss“ in anderen Gedanken suchen, denn ich schreibe nur über die kleinen Dinge, über das zwischen den Zeilen, was nur der versteht, der auch die Zeilen gesehen hat.

Der Film ist sehr zart, was man am Anfang gar nicht erwartet. Er ist unglaublich einfühlsam. Die Charaktere machen dir das Herz schwer, weil sie so herrlich einzigartig und nicht aufgesetzt wirken. Alles ist so echt und es zieht dich mit.Bild

Du tauchst in Daisy ein und erlebst, wie sie in diese neue Welt gezogen wird, in diese Welt, die frei von Oberflächlichkeit und Nichtigkeit ist. Viele Szenen lösten in mir ein nostalgisches Gefühl aus, weil sie das Gefühl der Kindheit perfekt wiedergeben, diese Unbeschwertheit, das habe ich in einem Film noch nie so gut umgesetzt gesehen. Darauf folgt dann der krasse Gegensatz, der Krieg. Er wirkt so unglaublich bedrückend, dass man vergisst, dass es nur ein Film ist. Es kommt einem alles so real vor und man denkt sich, das könnte auch uns passieren.

Gegen Ende kam es mir dann ein bisschen zu utopisch vor, aber gut, lassen wir den Film so sein, wie er sein möchte. Es wird einem trotzdem nicht die Perfektion vorgegaukelt.

Das Thema der Essstörung wird ebenfalls angeschnitten, man hört in ihren Gedanken, dass es sie sehr beschäftigt, dass sie Komplexe hat, trotzdem dominiert es nicht den Film, im Gegenteil, es ist so als ob der Film die Essstörung dominiert, er verdrängt sie nicht, sondern kuriert sie, er zeigt die Liebe, die es trotz diesem ganzen Elend gibt.

Bild

Meiner Meinung nach ein wirklich toller, tiefgründiger Film, der mich sehr berührt hat und sich von anderen Dramen, die sich um dieses Thema drehen, eindeutig abhebt.

Bild

The Truth about Emanuel

Image

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch eine unvollendete Skizze anschaut und das Bedürfnis habt Korrekturen daran vorzunehmen und bestimmte Sachen hinzuzufügen? So ging es mir bei diesem Film.

Ich hatte eigentlich keinerlei Erwartungen, ich mag Kayla Scodelario und war ebenfalls gespannt, wie die Rolle von Jessica Biel aussehen würde. Der Film hat mich von Anfang an auf eine seltsame Weise überwältigt. Ich fand die Atmosphäre sehr interessant und die kleinen Details, die eingebaut wurden, einfach entzückend.

Schön fand ich die Szenen in der Straßenbahn (oder war das ein Bus? Ist schon ein paar Tage her), mit Claude, allein die Sache mit dem Rucksack war wunderbar. Die Dialoge fand ich auch richtig interessant. Ich liebe die zarte Beziehung zwischen Emanuel und Linda, wie Emanuel das Bedürfnis verspürt Linda zu beschützen und ihr ihre kleine Welt zu wahren.

Weiterhin gefiel mir das Motiv mit dem Wasser sehr gut, wobei man das noch weiter hätte vertiefen können. Auf eine seltsame Weise finde ich, dass dieser Film ein Stück eines Meisterwerkes ist, denn er ist wirklich sehr authentisch. Aber ab dem Punkt, wo Emanuel das Krankenhaus betritt wird er grottig. Er wird richtig schlecht und abgestumpft und eigentlich stagniert es nur noch, weil es keine Entwicklung gibt. Auch das Ende fand ich sehr unbefriedigend, weil es keinen richtigen Abschluss für die Figuren gibt, alles hängt irgendwie in der Luft und das Ende wirkt nicht echt, der Charm des Filmes ging verloren.

Außerdem hat mich der Titel gestört. The Truth about Emanuel. Welche Wahrheit? Nein, ernsthaft, welche Wahrheit genau? Denn im Grunde genommen wird nichts aufgedeckt. Absolut gar nichts. Es gibt keinen Schockmoment, der Emanuels Leben beinhaltet. Vielleicht könnte man das Ende als Abschluss für Emanuels und Lindas Leiden sehen, doch irgendwie war es mir nicht genug. Vor diesem Titel hieß der Film  Emanuel and the Truth About Fishes. Was absolut gar keinen Sinn gemacht hat, weil keine Fische vorkamen. Trotzdem ist der jetzige Titel nicht unbedingt besser. Vielleicht hätten sie den Film einfach nur Emanuel nennen sollen.

Ich mag Kayla Scodelario, aber es kommt mir so vor, als ob sie nicht in der Lage wäre eine andere Rolle, als die des mysteriösen, leicht verstörten, seltsamen Mädchens zu spielen. Sie ist genauso wie Effy Stonem aus Skins, absolut genau die gleichen Charakterzüge. Vor allem die Szene im Supermarkt mit der Weinflasche war 100% Effy. Oder die Sätze im Bus/Straßenbahn.

Image

Das Herzstück des Filmes ist eindeutig die Stimmung, die einen in diese Welt zieht und berührt. Außerdem hat mir der Soundtrack unglaublich gut gefallen. Die kleinen Details und Dialoge machen den Film zu etwas sehr besonderem. Ich weiß nicht warum, aber ich fand die Sache mit der französischen Sprache wunderschön. Emanuel sagt dort, dass sie französisch lernen möchte, Linda fragt sie, ob sie denn dann auch mal nach Frankreich reisen will, doch das verneint Emanuel. Linda schenkt ihr französische Bücher, Emanuel hört französische Musik. Es ist wunderbar, dieser kleine Fleck der Geschichte, dieses Detail, das einfach nur schön ist und schön eingearbeitet wurde.

Ich finde die Personen sind sehr liebevoll und einzigartig inszeniert. Wenn man von den negativen Punkten und dem Ende absieht bin ich wirklich richtig begeistert von dem Film. Ich wünschte es gäbe ein Buch dazu. Irgendwie kann ich mit dem Film noch nicht abschließen, er kommt mir so unverbraucht vor. Das Ende ist einfach nicht gut. Da könnte man viel mehr draus machen. Kann darüber nicht jemand ein Buch schreiben? Könnte auch tausend Seiten haben, ich würde alles voller Genuss in mich aufsaugen.

Image

Auch die Sache mit ihrem Namen, warum sie so heißt, warum sie das Tattoo hat. Es sind diese kleinen Sachen, die den Film so unglaublich schön machen.

Ich weiß nicht wirklich, wem ich den Film empfehlen würde. Jedem, der einen Film mit Atmosphäre und Detailverliebtheit und Originalität mag? Wohl eher jedem, der kleine seltsame Filme gerne sieht und sich darin gern verliebt. Kein 0815, aber leider auch kein ausgereiftes Meisterwerk. Die Tomate ist noch grün und man hat sie zu früh gepflückt.

„You blinked.“

Eigentlich beschäftigt sich mein Blog überhaupt nicht mit Filmen und erst recht nicht mit möchtegern Filmkritiken. Ich glaube sowieso, dass ich ein sehr untauglicher Filmkritiker wäre, weil ich immer zu hören bekomme, dass mein Filmgeschmack sehr seltsam ist. Das bestreite ich auch gar nicht, ich mag eigentlich fast nur „seltsame“ Filme. Ich halte nicht viel von Standartfilmen mit ihren Standartabläufen und ihren Standartpersonenkonstellationen, die ihre Standartsätze zum Besten geben. Aber da mein Blog sowieso die meiste Zeit ziemlich chaotisch und verplant ist, zwischen Einträgen von irgendwelche Störungen und irrelavante Beobachtungen sowieso Verhaltensweisen schwankt, dachte ich mir: wieso nicht?

Der Film „Drive“, welcher im Jahre 2011 in den Kinos zu bewundern war, ist meiner Meinung nach so gut, dass es schwer fällt nicht mit überschwänglichen Adjektiven wie „perfekt“, „vollkommen“ oder „genial“ um sich zu werfen.

Dazu muss ich sagen, dass ich den Hauptdarsteller (Ryan Gosling) nie wirklich mochte. Im Gegensatz zu meinen Freunden fand ich „The Notebook“ so romantisch – dramatisch überzogen, dass ich das Bedürfnis hatte mich vor eine Kloschüssel zu knien. Ich möchte den Film nicht schlecht machen, ich sage nur, dass es eben einfach nichts für mich war. Ich habe auch weitere Filme mit Ryan Gosling in den führenden Rollen gesehen und habe ihn als Schauspieler weder abgewertet, noch in den Himmel gehoben. Er war für mich weder attraktiv, noch abstoßend.

Doch mit seiner Darbietung in „Drive“ hat er mich wirklich umgehauen, er hat mich vom Stuhl geworfen und an die Wand geklatscht. So gut war er. Eins der schönen Dinge an diesem Film ist, dass man nicht ohne Punkt und Komma zugetextet wird. Es gibt sehr viele Stellen, an denen sich die Darsteller ohne Wortwechsel anschauen, ja, ganze Sequenzen in denen Gosling kein einziges Wort spricht. Sein Skript war sicher nicht dicker, als ein Schulheft. Doch das macht es meiner Meinung nach noch viel herausfordernder für einen Schauspieler. Die Gestik und Mimik war in diesem Film so wichtig, dass sie sicher 70% ausmacht. 20% gebe ich dem umwerfendem, perfekt abgestimmtem Soundtrack und die letzten 10% an die Kameraführung, die ebenfalls so gut ist, dass ich es schon perfekt nennen möchte.

Dadurch, dass der Film seine Säulen auf den „stummen“ Sequenzen gestützt hat, ist es unmöglich nebenher etwas anderes zu tun. Wenn ich mir (mal nicht im Kino, sondern) am Computer einen Film ansehe, setzt mein Multitasking-gen ein, ich falte Klamotten, räume auf, nähe, male, bearbeite to-do-listen, etc. Doch dieser Film ist so einnehmend, dass man sogar versucht weniger zu Blinzeln, nur um möglichst jedes einzelne Bild in sich aufzunehmen. Denn der Trick liegt im Detail. In manchen Szenen starre ich gebannt auf die Gesichter der Darsteller, nur um zu sehen, wer zuerst den Blickkontakt bricht, wer zuerst lächelt, wer wohin schaut. Ryan Gosling erzählt mit jedem einzelnen Zucken in seinem Gesicht eine eigene Geschichte, was es einem ganz unmöglich macht diese Figur nicht zu lieben. Ich rede nicht unbedingt von dem Schauspieler, sondern von der Figur, die er verkörpert und zwar in diesem Film. Ich bin so fasziniert von ihr, dass ich am liebsten jedes Bild, jede Millisekunde in mich aufsaugen würde.

Dazu kommt dieser grandiose Soundtrack, der die wortkargen Momente perfekt unterstreicht und einem die Kinnlade runterklappen lässt. Ich empfehle jedem diesen Film mit guten Kopfhörern anzuhören, ihr werdet es sicher nicht bereuen.

Das erste Mal sah ich „Drive“ im Kino. Eine Freundin von mir, die von dem Schauspieler der Hauptrolle sehr angetan war, überredete mich mitzugehen. Ich kannte weder Trailer, noch Plot oder Sonstiges. Ich versprach mir nicht viel davon. Doch schon die ersten Szenen und das einsetzen der Musik, es war von Anfang an einfach himmlisch. Natürlich bin ich kein erfahrener Kritiker, wenn es um die Einschätzung schauspielerischer Leistung geht, doch was Ryan Gosling hier ohne große Worte vollbracht hat, hat mich selbst nach dem dritten Schauen dieses Filmes noch sprachlos gemacht. Allein die Aufzugszene gegen Ende ist so unfassbar gut gedreht, dass man die Gedanken der Figur quasi im eigenen Kopf hören kann. Gehe ich zu weit, wenn ich sage, dass das definitiv eine der romantischsten Szenen ist, die ich je gesehen habe?

Doch natürlich darf man bei einem grandiosen Film nicht nur die Schauspieler loben (die meiner Meinung nach alle wirklich gut besetzt waren), sondern ebenso die Regie und das ganze Team. Jede Szene ist in sich perfekt. Jedes Bild ist perfekt. Jeder Kamerawinkel ist perfekt. Ebenso das Skript. Die Sätze sind an manchen Stellen so bedeutungsschwanger, dass man sie erst wirklich nach dem zweiten oder dritten Mal sehen/hören versteht und wirklich verinnerlicht und auf den Film beziehen kann. Genauso, wie die Tatsache, dass die Hauptfigur in dem Film keinen Namen trägt. Im Abspann nennt man ihn nur „Driver“. Das ist mir beim ersten Mal gar nicht aufgefallen (hat mir auch niemand gesagt, niemand in meinem Freundeskreis kannte den Film), erst als ich den Abspann sah und das Internet es mir dann bestätigte musste ich es einsehen. Beim nächsten Mal merkte ich es dann ganz deutlich, wie geschickt man seinen Namen aus dem Spiel ließ.

Die Hauptfigur selbst zu beschreiben ist schwierig, denn das Meiste muss man wirklich zwischen den Zeilen lesen und sich selbst denken und wer weiß schon ob das stimmt? Vielleicht denkt sich da jeder Zuschauer selbst seinen Teil dazu. Wir erfahren eigentlich so schrecklich wenig von ihm, dass es kaum möglich ist eine treffende Charakterisierung vorzunehmen. Wir erfahren nichts über seine Kindheit, seine Familie, seine möglichen Freunde oder Exfreundinnen. Keine Erinnerungen, keine Vergangenheit, nur das Hier und Jetzt. Meiner Meinung nach ist er durch seine Fehlerlosigkeit, die es ihm ermöglicht zum schier unbesiegbaren Superhelden zu werden, gleichzeitig so geradezu unmenschlich, dass es ihn in gewisser Weise zu einem Soziophaten macht. Aber im selben Atemzug muss ich auch sagen, dass er ein so reines Herz hat, dass es schon weh tut. So eine Opferbereitschaft, eine stille Leidenschaft. Eine gewisse Unschuld und doch so skrupellos und entmenscht. Ja, das ist er meiner Meinung nach: entmenscht. Die unschuldige und uneigennützige Liebe zu einer anderen Person trifft ihn, wie ein Blutstropfen auf die glatte Oberfläche stillen Wassers trifft. Es ist unbeschreiblich.

Und nach diesem viel zu langem und eigentlich unnötigem Eintrag habe ich nun keine Ausrede mehr nicht schlafen zu gehen. Die Leidenschaft mit der ich über einen Film oder ein Buch oder sogar ein Bild sprechen kann versteht niemand, darum dränge ich meine Meinung auch niemandem auf, ich kürze sie auf ein paar Adjektive. Doch nachdem ich diesen Film schon wieder gesehen habe und ihn sicherlich auch noch sehr oft in meinem Leben sehen werde, musste ich meine unerklärliche und unerwiderte Liebe zum Ausdruck bringen. Man sollte den Film übrigens unbedingt in der englischen Originalvertonung anschauen! Bis zu diesem Absatz haben es sicher nicht viele geschafft, was ich keinem verübeln kann. Es war, wie gesagt, ein sehr spontaner Eintrag. Fun Fact: Bis auf den ersten und den letzten Absatz fängt jeder mit dem Buchstaben „D“ an. So, nun muss ich schlafen, es führt kein Weg dran vorbei.

Image