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The Truth about Emanuel

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Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch eine unvollendete Skizze anschaut und das Bedürfnis habt Korrekturen daran vorzunehmen und bestimmte Sachen hinzuzufügen? So ging es mir bei diesem Film.

Ich hatte eigentlich keinerlei Erwartungen, ich mag Kayla Scodelario und war ebenfalls gespannt, wie die Rolle von Jessica Biel aussehen würde. Der Film hat mich von Anfang an auf eine seltsame Weise überwältigt. Ich fand die Atmosphäre sehr interessant und die kleinen Details, die eingebaut wurden, einfach entzückend.

Schön fand ich die Szenen in der Straßenbahn (oder war das ein Bus? Ist schon ein paar Tage her), mit Claude, allein die Sache mit dem Rucksack war wunderbar. Die Dialoge fand ich auch richtig interessant. Ich liebe die zarte Beziehung zwischen Emanuel und Linda, wie Emanuel das Bedürfnis verspürt Linda zu beschützen und ihr ihre kleine Welt zu wahren.

Weiterhin gefiel mir das Motiv mit dem Wasser sehr gut, wobei man das noch weiter hätte vertiefen können. Auf eine seltsame Weise finde ich, dass dieser Film ein Stück eines Meisterwerkes ist, denn er ist wirklich sehr authentisch. Aber ab dem Punkt, wo Emanuel das Krankenhaus betritt wird er grottig. Er wird richtig schlecht und abgestumpft und eigentlich stagniert es nur noch, weil es keine Entwicklung gibt. Auch das Ende fand ich sehr unbefriedigend, weil es keinen richtigen Abschluss für die Figuren gibt, alles hängt irgendwie in der Luft und das Ende wirkt nicht echt, der Charm des Filmes ging verloren.

Außerdem hat mich der Titel gestört. The Truth about Emanuel. Welche Wahrheit? Nein, ernsthaft, welche Wahrheit genau? Denn im Grunde genommen wird nichts aufgedeckt. Absolut gar nichts. Es gibt keinen Schockmoment, der Emanuels Leben beinhaltet. Vielleicht könnte man das Ende als Abschluss für Emanuels und Lindas Leiden sehen, doch irgendwie war es mir nicht genug. Vor diesem Titel hieß der Film  Emanuel and the Truth About Fishes. Was absolut gar keinen Sinn gemacht hat, weil keine Fische vorkamen. Trotzdem ist der jetzige Titel nicht unbedingt besser. Vielleicht hätten sie den Film einfach nur Emanuel nennen sollen.

Ich mag Kayla Scodelario, aber es kommt mir so vor, als ob sie nicht in der Lage wäre eine andere Rolle, als die des mysteriösen, leicht verstörten, seltsamen Mädchens zu spielen. Sie ist genauso wie Effy Stonem aus Skins, absolut genau die gleichen Charakterzüge. Vor allem die Szene im Supermarkt mit der Weinflasche war 100% Effy. Oder die Sätze im Bus/Straßenbahn.

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Das Herzstück des Filmes ist eindeutig die Stimmung, die einen in diese Welt zieht und berührt. Außerdem hat mir der Soundtrack unglaublich gut gefallen. Die kleinen Details und Dialoge machen den Film zu etwas sehr besonderem. Ich weiß nicht warum, aber ich fand die Sache mit der französischen Sprache wunderschön. Emanuel sagt dort, dass sie französisch lernen möchte, Linda fragt sie, ob sie denn dann auch mal nach Frankreich reisen will, doch das verneint Emanuel. Linda schenkt ihr französische Bücher, Emanuel hört französische Musik. Es ist wunderbar, dieser kleine Fleck der Geschichte, dieses Detail, das einfach nur schön ist und schön eingearbeitet wurde.

Ich finde die Personen sind sehr liebevoll und einzigartig inszeniert. Wenn man von den negativen Punkten und dem Ende absieht bin ich wirklich richtig begeistert von dem Film. Ich wünschte es gäbe ein Buch dazu. Irgendwie kann ich mit dem Film noch nicht abschließen, er kommt mir so unverbraucht vor. Das Ende ist einfach nicht gut. Da könnte man viel mehr draus machen. Kann darüber nicht jemand ein Buch schreiben? Könnte auch tausend Seiten haben, ich würde alles voller Genuss in mich aufsaugen.

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Auch die Sache mit ihrem Namen, warum sie so heißt, warum sie das Tattoo hat. Es sind diese kleinen Sachen, die den Film so unglaublich schön machen.

Ich weiß nicht wirklich, wem ich den Film empfehlen würde. Jedem, der einen Film mit Atmosphäre und Detailverliebtheit und Originalität mag? Wohl eher jedem, der kleine seltsame Filme gerne sieht und sich darin gern verliebt. Kein 0815, aber leider auch kein ausgereiftes Meisterwerk. Die Tomate ist noch grün und man hat sie zu früh gepflückt.